Der Bluthochdruck (Hypertonie) mit seiner dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks stellt, wegen seines unmerklichen Entstehens und der großen Gefahr von Folgeschäden (Herzinfarkt, Schlaganfall, chronische Herzschädigung sowie Durchblutungsstörungen im Gehirn) ein hohes medizinisches Risiko dar. Die Diagnose wird erschwert durch die unspezifischen und individuell verschieden ausgeprägten Symptome. Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit können auch ganz andere Ursachen haben. Zur Entstehung des Bluthochdrucks tragen jedoch in erheblichem Maße umweltbedingte sowie durch die persönliche Lebensweise bedingte Risikofaktoren, z.B. Übergewicht, Bewegungsmangel und negativer Stress bei. Über einen längeren Zeitraum erhöhte Blutdruckwerte gehören in ärztliche Behandlung. Über Organschädigungen können sie die Lebenserwartung der Betroffenen erheblich senken.

Wechselwirkung von Ursache und Wirkung bei den Blutdruckwerten

Bis zum 50.Lebensjahr sollte der Blutdruck systolische Werte von mehr als 140 mm Hg („Millimeter Quecksilbersäule“) und diastolische Werte von mehr als 90 mm Hg nicht überschreiten. Bei Personen über 65 Lebensjahren gibt es zu den „normalen“ Blutdruckwerten unterschiedliche ärztliche Meinungen. Kritisch ist (unabhängig vom Alter) der diastolische Wert. Unter Diastole versteht man die Erschlaffungsphase des Herzens zwischen zwei Systolen (Zusammenziehen des Herzmuskels), in der sich die Herzkammern mit Blutfüllen. Steigt der Dauerdruck auf den Herzmuskel über einen Diastolen-Wert von 95 reagiert er mit Herzrhthmus-Störungen. Für eine sichere Diagnose ist eine drei- bis mehrmalige Messung zu verschieden Uhrzeiten (Blutdruckprofil) sinnvoll. Bei der Entstehung von Bluthochdruck unterscheidet man die primäre (essentielle) mit nicht bekannter Ursache und die sekundäre Entstehung mit erfassbaren Symptomen. Im Zusammenhang mit Bluthochdruck wird meist nicht an die Kinder gedacht, obwohl bei Bluthochdruck im Kindesalter die Wahrscheinlichkeit für Hypertonie im Erwachsenenalter erhöht ist. Da Blutdruckhochdruck bei Kindern meist nur durch Zufall festgestellt wird, sollten jährlich die Blutdruckwerte überprüft werden.

Senkung des Risikos – Beobachtung der Blutdruckwerte und Prävention

Welches Risiko besteht durch Bluthochdruck? <br /> © Rainer Sturm/ PIXELIO

Welches Risiko besteht durch Bluthochdruck? © Rainer Sturm/ PIXELIO


Die Ursachen des Bluthochdrucks lassen sich jedoch nur in ca. 10 Prozent der „Hochdruck-Fälle“ eindeutig ermitteln. Daher ist es wichtig, den Risikofaktoren präventiv zu begegnen. Zur Entstehung des Bluthochdrucks können Arteriosklerose („Verkalkung der Arterien“), Drüsenstörungen, Einnahme von bestimmten Medikamenten (gegen Migräne, Rheuma sowie Aufputschmittel und kortisonhaltige Tabletten) führen. Er kann aber auch als Begleiterscheinung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder in der Schwangeschaft auftreten. Auch eine erbliche Veranlagung kann das Entstehen von Bluthochdruck begünstigen. Oft sind es aber veränderbare Verhaltensweisen, wie zu hohes Körpergewicht, Mangel an Bewegung, Rauchen und starker Alkoholgenuss, die zum Bluthochdruck führen. Dieses Risiko kann von jedem Einzelnen selbst reduziert werden. Eine kontinuierliche Messung der Blutdruckwerte (Blutdruckmessgerät) lässt die ungünstigen Faktoren schneller erkennen und die vorhandenen Beschwerden können in Relation gesetzt werden. Die Vorbeugemaßnahmen gegen Arteriosklerose nützen auch gegen Bluthochdruck. Bleibt allen Bemühungen zum Trotz der Bluthochdruck über ein halbes Jahr bestehen, sollten unter ärztlicher Betreuung Blutdruck senkende Mittel, z.B. Alpha-Blocker, eingenommen werden. Die Folgeschäden bei nicht behandelter Hypertonie sind in der Regel wesentlich gravierender als die möglichen Nebenwirkungen dieser Medikamente.