Hilft Knoblauch gegen Bluthochdruck?© Angelina Ströbel / PIXELIO

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Neben einer Auswahl von Kräutern wie Berberitze, Mistel, Petersilie, Lavendel und Boretsch sowie Pflanzen wie Tomate, Sellerie, Kopfsalat und der Passionsblume, gelten besonders die ätherischen Öle des Knoblauchs als blutdrucksenkend. Daher schwören viele Patienten bei der Behandlung des Bluthochdrucks auf Präparate, die Knoblauch enthalten. Obwohl dieser daher von Patienten und Ärzten als Heilmittel anerkannt wird, wird über seinen medizinischen Effekt nach wie vor viel diskutiert.

Amerikanische Forscher haben nun herausgefunden, dass die chemischen Bestandteile der Pflanze in den roten Blutzellen des Menschen zum Botenstoff H2S (Schwefelwasserstoff) umgewandelt werden. Schwefelwasserstoff erweitert die Blutgefäße und trägt dadurch dazu bei, die Blutzirkulation im Körper zu verbessern. Im Allgemeinen spricht man daher vom „blutverdünnenden“ Effekt des Zwiebelgewächses. Sind die Blutgefäße erweitert, vermindert dies den Widerstand in den Gefäßen und senkt somit den Blutdruck.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass die blutdrucksenkende Wirkung des Knoblauchs eine Folge seiner Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem sei. Speziell wurde sein absenkender Effekt auf den Cholesterinspiegel für seinen Einfluss auf den Blutdruck verantwortlich gemacht. Die amerikanische Studie kommt hingegen nun zu dem Schluss, dass in erster Linie der Schwefelwasserstoff eine Hypertonie mindert. Somit tragen diese neuen Forschungsergebnisse dazu bei, den lange gehegten Mythos von den positiven Auswirkungen des regelmäßigen Knoblauchverzehrs zu belegen.

Jedoch können diese neuen Erkenntnisse den Gang zum Arzt nicht durch den Gang in den heimischen Kräutergarten ersetzen. Knoblauch kann Teil einer Hypertonietherapie sein. Jedoch sollte seine Verwendung immer in Absprache mit dem Hausarzt und mit Hinblick auf den Einsatz weiterer Medikamente erfolgen. Hierbei ist besonders zu beachten, dass sich die blutdrucksenkende Wirkung der Pflanze bei Hypotoniepatienten auch negativ auswirken kann. Auch Menschen, die unter Sodbrennen leiden, sollten von der Knolle Abstand nehmen. Patienten, die bereits Blutverdünner zu sich nehmen, sollten ebenfalls nur auf die ausdrückliche Empfehlung ihres Arztes Knoblauchpräparate nutzen. Obwohl das Zwiebelgewächs meist zu den homöopathischen Mitteln gezählt wird, sollten auch diese nur auf Anraten des Arztes in den Therapieplan integriert werden.

Dieser kann Sie auch zu Art und Weise der Dosierung beraten. Bevorzugen Sie es, die Pflanze direkt und unverarbeitet zu sich zu nehmen, empfiehlt es sich beispielsweise, die Zehen zu zerdrücken und nicht nur zu zerschneiden. So können die ätherischen Öle besser ihre Wirkung entfalten. Alternativ zur Knoblauchknolle können Sie auch das vielfältige Angebot Ihrer Apotheke nutzen und auf Knoblauchtabletten zurückgreifen. Diese haben nicht nur den Vorteil, dass sie präziser dosiert werden können, sondern ersparen Ihnen auch den Mundgeruch, der mit der natürlichen Variante einhergeht.