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Diagnose von Bluthochdruck© RainerSturm / PIXELIO

Die Bluthochdruckdiagnostik bestätigt oder widerlegt den Verdacht, ob der Patient an Hypertonie erkrankt ist. Der erste Schritt hierzu ist eine gründliche Anamnese, die Befragung des Patienten durch den Arzt. Im Anschluss daran erfolgt die Blutdruckmessung. Eine einmalige Messung allein ist jedoch oft nicht aussagekräftig, da sie noch nicht bestätigt, ob der erhöhte Blutdruck eine singuläre oder eine dauerhafte Erscheinung ist. Nervosität in Gegenwart des Arztes, die umgangssprachlich „Weißkittelsyndrom“ genannt wird, kommt beispielsweise bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung vor und kann das Messergebnis verfälschen.

Daher ist angeraten, bei Verdacht auf Bluthochdruck regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum die Blutdruckwerte zu erfassen. Dies kann entweder durch den Arzt geschehen oder mittels eines Blutdruckmessgerätes zuhause durch den Patienten. Die ergometrische Blutdruckkontrolle erfolgt mittels eines Sportgeräts, das an einen Computer angeschlossen ist und somit Messwerte unter verschiedenen Belastungsbedingen registrieren und auswerten kann. Damit kann ein präzises Krankheitsbild erfasst werden.

Weitere Untersuchungen geben Auskunft, ob es sich bei dem festgestellten Bluthochdruck um eine selbständige Auffälligkeit (primäre Hypertonie) oder um eine Folge einer anderen Erkrankung handelt (sekundäre Hypertonie). Bei 90

Prozent aller Patienten tritt die Krankheit auf, ohne dass ein bestimmtes Organ Schaden genommen hat. In den verbleibenden zehn Prozent aller Fälle können hingegen durch eine Urinanalyse mit Bestimmung der Protein- und Erythrozyturie oder eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums organische Leiden wie ein Nierenproblem oder hormonelle Störungen als Ursache für den Bluthochdruck erkannt werden.

Zusätzlich werden Untersuchungen durchgeführt, die der Diagnostik von Folgeerkrankungen dienen. Die Überprüfung von Augenhintergrund, Nieren und Herz kann beispielsweise Auskunft über eine mögliche Arteriosklerose (Ablagerungen in den Gefäßwänden) geben. Da Bluthochdruck meist erst mit dem Auftreten von krankheitsbedingten Beschwerden untersucht wird, liegt oft zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine Schädigung der Blutgefäße vor. Als Folge kann auch der Herzmuskel Schaden nehmen. Die umfassende Diagnose hat daher nicht nur die Funktion, hypertoniebedingte Erkrankungen zu erfassen, sondern auch, deren Verlauf zu überwachen und beispielsweise eine resultierende Herzschwäche rechtzeitig und angemessen zu behandeln.

Schließlich dient eine ausführliche Diagnostik auch als Grundlage für einen Therapieplan. Abhängig vom Grad der Hypertonie (milde, mittlere oder schwere Hypertonie) sowie von Art und Umfang der Folgeerkrankungen können Arzt und Patient nun gemeinsam Maßnahmen gegen das Voranschreiten der Krankheit besprechen. Diese reichen von Ernährungs- und Lebensstilumstellungen bis hin zu einer medikamentösen Therapie. Hierbei sollten Sie unbedingt darauf achten, dass ein Risikofaktorprofil erstellt wird. Dieses beinhaltet die Nüchternblutzuckerwerte sowie den Cholesterinstatus und gibt Auskunft darüber, wie aggressiv der Blutdruck gesenkt werden sollte.